Sodann, was hat er ihm gegeben, weil er Mensch geworden ist? „Und er gab ihm die Macht, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist.“ Sofern er der Sohn Gottes ist, „hat der Vater, wie er das Leben in sich selbst ist, so auch dem Sohne gegeben, das Leben in sich selbst zu haben“; sofern er aber der Menschensohn ist, „gab er ihm die Macht, Gericht zu halten“. Dies habe ich gestern eurer Liebe auseinandergesetzt, daß nämlich im Gerichte der Mensch sichtbar, Gott aber nicht sichtbar sein wird, aber nach dem Gerichte wird Gott von denjenigen gesehen werden, die im Gerichte siegen werden; von den Gottlosen aber wird Gott nicht gesehen werden. Weil also der Mensch beim Gerichte in jener Gestalt sichtbar sein wird, in welcher er so kommen wird, wie er auffuhr, deshalb hatte er oben gesagt: „Der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohne übergeben“. Dies wiederholt er auch an unserer Stelle, wo er sagt: „Und er hat ihm die Macht gegeben, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist“. Du könntest vielleicht sagen: „Er hat ihm die Macht gegeben, Gericht zu halten“, aber warum? Wann hat er 385 denn diese Macht, Gericht zu halten, nicht gehabt? Da er „im Anfang das Wort war, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“, da „alles durch ihn geworden ist“, hatte er etwa da nicht die Macht, Gericht zu halten? Allein insofern sage ich: „Er hat ihm die Macht gegeben, Gericht zu halten, als er der Menschensohn ist“; insofern hat er die Macht, Gericht zu halten, empfangen, „als er der Menschensohn ist“. Denn insofern er der Sohn Gottes ist, hatte er diese Macht immer. Der erhielt sie, der gekreuzigt wurde. Der im Tode war, ist im Leben; das Wort Gottes war nie im Tode, immer im Leben.